Eine aseptische Prothesenlockerung ist die häufigste Ursache für das Spätversagen einer Hüftendoprothese. Ihr zugrunde liegen Abriebpartikel-bedingte Knochenresorptionen am Implantat-Knochen-Interface (Grenzfläche), die zur Lockerung und zur Migration der Prothese führen können. Röntgenologisch wegweisend ist das Auftreten eines Lockerungssaumens um die Prothese. Zusätzlich können mehr oder weniger große Osteolysen, vor allem im Bereich des periprothetischen Femurs oder Azetabulums auftreten. Faktoren die den Abrieb einer Prothese bzw. Gleitpaarung beeinflussen sind der Aktivitätslevel des Patienten sowie das Material, die Größe, die Positionierung und das Design der Komponenten.  Entsprechende spezifische, klinische und radiologische Auffälligkeiten führen meist direkt zur richtigen Diagnose. Dennoch sollte eine okkulte Infektion stets differenzialdiagnostisch mit berücksichtigt werden, da diese sich in bis zu 13 % der Fälle von vermeintlichen aseptischen Lockerungen als eigentliche Ursache ergibt. 

Aufgrund der hohen Relevanz des Abriebs, als standzeitlimitierender Faktor, ist ein wesentliches Ziel der modernen Hüftendoprothetik, die Abriebraten durch optimale Gleitpaarungen und Implantatpositionierungen zu reduzieren. So könnten Haltbarkeit und Funktion einer Prothese deutlich verlängert werden.  

Die periprothetische Infektion ist eine der schwerwiegendsten Komplikationen in der Hüftendoprothetik. Die korrekte Diagnose ist meist aufgrund eines unspezifischen klinischen Erscheinungsbildes sehr schwierig und bedarf der Erfassung verschiedener Parameter. Die Therapie ist komplex und aufwendig und stellt eines der kostenintensivsten Behandlungsverfahren in der orthopädischen Chirurgie dar. Die Infektionsrate nach primärer Hüft-TEP liegt bei ca. 0,5 - 2 %, für Revisionsoperationen ist sie wesentlich höher und beträgt dort bis zu ca. 8 %. Die häufigsten Erreger sind koagulasenegative Staphylokokken und der Staphylococcus aureus. Die Behandlungsverfahren sind abhängig vom Keimspektrum und deren Resistenzlage, von der Mitbeteiligung des Weichteilgewebes, vom Zustand des Patienten sowie von muskulärer und knöcherner Situation des Gelenkes.

Das Auftreten und folglich die Behandlungen von periprothetischen Infektionen werden durch steigende Implantationszahlen, vor allem aufgrund des demographischen Wandels verursacht, zunehmend an Bedeutung gewinnen. Die Infektdiagnostik und -therapie wird sich daher als ein komplett eigenständiges Teilgebiet der orthopädischen Chirurgie etablieren.

Revisionen

Obwohl die primäre Hüftendoprothetik hervorragende Kurz- und Langzeiterfolge aufweist, bleibt die Anzahl der Revisionen konstant und stellt nach wie vor eine stetige operative als auch kostenverursachende Herausforderung dar. Aufgrund der steigenden Anzahl von primären Hüftprothesen als auch durch ein zunehmend jüngeres und aktiveres Patientenkollektiv, wird eine zunehmende Rate an notwendig werdenden Revisionsoperationen in den nächsten Jahren postuliert (Kurtz et al. JBJS 2007 und 2009). Aktuell wurde, basierend auf einer Auswertung der Registerdaten von 6 Ländern eine mittlere Revisionsrate nach primärer Hüftendoprothesenimplantation von 6,5 % nach 5 Jahren und 12,9 % nach 10 Jahren  ermittelt (Labek JBJS (Br) 2011).

Die häufigsten Ursachen für eine Revisionsoperation sind (Bozic et al. JBJS 2009):

  • Luxationen (22 % )
  • aseptische Lockerungen (20 %),
  • Infektionen(15 %),
  • Implantatversagen (10 %),
  • Osteolysen (7 %)
  • periprothetischen Frakturen (6 %)

Ein Revisionsversagen wird wiederum vorwiegend hervorgerufen durch (Jafari et al. CORR 2010):

  • Infektionen (30 %),
  • Luxationen (25 %) und
  • aseptische Lockerungen (19 %)

 

       

Periprothetische Frakturen stellen mit eine der schwersten Komplikationen in der Hüftendoprothetik dar, die mit einer erhöhten Mortalität und Morbidität einhergehen. Sie sind in ca. 6 % der Fälle die Ursache für Revisionsoperationen. Als Risikofaktoren für Frakturen gelten ein erhöhtes Alter, Stürze, Osteoporose, Fehlpositionierungen, vorausgegangene Frakturen und Revisionsoperationen. Der operative Therapiealgorithmus ist abhängig von der Lokalisation der Fraktur, der Lockerung der Prothese und  von der Knochenqualität. Entsprechend kommen für die Therapie spezielle Revisionsimplantate, Osteosynthesen mittels Platten, Schrauben oder Zuggurtungen sowie allogene Knochentransplantate zur Anwendung. Die Komplikationsrate der operativen Behandlung liegt bei bis zu 20 %, wobei Re-Frakturen, Implantatbrüche und Infektionen die häufigsten Versagensursachen darstellen.